Schulstraße 8, A-4150 Rohrbach-Berg

Die Geschichte des TSC Rohrbach

Der Tanz ist seit Menschengedenken die älteste Ausdrucksform der Freude. Am ausgeprägtesten kann man diese Ausdrucksweise bei den Naturvölkern in Südamerika und Afrika, oder bei den australischen Ureinwohnern, den Aborigines, sehen, die heute noch Ihren Dank und Ihre Freude gegenüber Menschen und Göttern durch Tanz zeigen.
Tanzen hat im Laufe der Jahrhunderte speziell in Europa einiges von der Ursprünglichkeit verloren. Die Tänze wurden mehr „standardisiert“ und die Abläufe bzw. die Schrittfolgen genau festgelegt. Es ist jedoch immer noch der gleiche Beweggrund der Menschen tanzen läßt – nämlich Freude.
Aus Freude am Tanzen – TSC Rohrbach

Diese Freude am Tanzen entdeckten zwei junge Burschen in den 80er Jahren. Sie trieben sich nächtelang in den Discos in und um Rohrbach auf der Tanzfläche herum. Da dies mit der Zeit aber langweilig wurde, suchten sie Alternativen und eine sinnvolle Freizeitgestaltung. In Linz besuchten sie dann mehrere Tanzkurse, da es in Rohrbach leider keine Tanzschule mehr gab. Das Wissen und Können behielten Sie aber nicht für sich, sondern gaben es an den Schulen in Form von Balleröffnungen und Mitternachtseinlagen wieder weiter. So wurde das Interesse am Tanzen in den Standard- sowie Lateinamerikanischen Tänzen als auch dem Rock’n Roll bei der Jugend hier im Bezirk geweckt.
Diese immer größer werdende interessierte Gruppe fand aber nirgendwo die passende Musik oder den nötigen Platz, um den Tanzsport auszuüben. In den Discos wurde nicht die richtige Musik gespielt und auf Bällen war der Platz nicht vorhanden. So gingen diese beiden Burschen, Christian Eichbauer und Christian Höllwirth, daran, einen Club zu gründen, um diese Möglichkeit zum Tanzen im Bezirk Rohrbach zu schaffen. Es dauerte ein ¾ Jahr bis alle Unterlagen zusammengetragen waren und auch die rechtliche Seite geklärt war.

Am 16. Juni 1986 war es dann soweit. Im Gasthaus Harmach wurde zur Gründung des Vereins die konstituierende Sitzung abgehalten. Mit 48 Gründungsmitgliedern konnte der 1. TSC, der 1. Tanzsportclub Rohrbach, seinen Betrieb aufnehmen.
Wie schon der Name sagt, wollten die Gründungsmitglieder und will der Club das Tanzen fördern. So heißt es unter anderem dazu in den Clubstatuten: “ Der Verein, dessen Tätigkeit nicht auf Gewinn ausgerichtet ist, bezweckt ausschließlich und unmittelbar die gelegentliche körperliche und geistige Ertüchtigung seiner Mitglieder durch Pflege aller Tanzarten unter Bedachtnahme auf die sittlichen und kulturellen Werte . . .“.
Die Nachricht von der Gründung dieses Vereins verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch den ganzen Bezirk. Nach 1½ Jahren hatte sich die Mitgliederanzahl mehr als verdoppelt. 107 tanzfreudige junge und junggebliebene trafen sich wöchentlich Samstag abends zum gemeinsamen Training. Dies brachte natürlich einige Probleme mit sich, da der Club noch in den Kinderschuhen steckte. Vor allem der Veranstaltungsort der Clubabende sei hier zu erwähnen. Wir mußten zwischen Aigen, Haslach, Helfenberg, St. Peter, Altenfelden und Sarleinsbach pendeln, weil wir auf einen freien Gasthaussaal angewiesen waren und ständig Veranstaltungen ausweichen mußten. Da konnte es schon mal passieren, daß einige Leute zum richtigen Zeitpunkt am falschen Ort waren und die Tänzer des 1. TSC erneut suchen mußten. Bei einer so großen Anzahl von über 100 Mitgliedern war es nicht immer leicht, an alle die nötige Information weiterzuleiten. Zudem machte es die große Anzahl von tanzinteressierten Personen äußerst schwierig, einen Saal zu bekommen, der von der Größe her den Anforderungen unseres Clubs entsprach. Wenn sich 50 Tanzpaare auf dem Parkett drängen, ist es in den meisten Sälen kaum mehr möglich, irgendwelche Figuren zu tanzen ohne anderen Leuten auf die Zehen zu treten. Um hier Abhilfe zu schaffen wurden die Clubabende in zwei Gruppen geteilt und der Clubbetrieb von wöchentlich auf zweiwöchentlich umgestellt. Damit war das Problem des großen Andrangs auf die Tanzfläche vom „Parkett“.
Diese positiv gemeinte Änderung wirkte sich jedoch bald negativ aus, da sich die beiden Gruppen kaum mehr trafen. Viele Leute hatten auch in der Zwischenzeit bereits genug vom Tanzen, denn sie sahen, daß Tanzen anstrengender ist als man allgemein glaubt und verließen unseren Club. Übrig blieben die Leute, die sich wirklich tänzerisch weiterbilden und verbessern wollten, auch wenn das bedeutete, daß sie von Zeit zu Zeit Frustration erfahren mußten, weil gewisse Figuren einfach nicht und nicht so funktionieren wollten wie sie eigentlich sollten.

Neben den normalen Clubabenden gab es im 1. TSC auch bald eine Formationsgruppe von 5-7 Paaren, die zusätzlich zu den Clubabenden noch häufig für diverse Tanzeinlagen bei Bällen, Hochzeiten und sonstigen Festen trainierten. Die Choreographie für die Formationen wurde von Christian Eichbauer ausgearbeitet und einstudiert. Ein Höhepunkt war hier der Auftritt der Standardformation beim Ball der Oberösterreicher im Austria Center in Wien 1992. Auch die Lateinformation konnte unter anderem beim Buchbinder-Kongreß in Gmunden 1991 das Publikum begeistern.
In einer solchen Formation zu tanzen erfordert oft Knochenarbeit und viel Schweiß. Nur wer bereits selbst einmal in einer derartigen Formation getanzt hat, weiß, warum in unserem Clubnamen das Wort „Sport“ enthalten ist.
Wir sind stolz sagen zu können, daß sich bereits einige unserer Mitglieder das Gold-Star Tanzleistungsabzeichen mit ausgezeichnetem Erfolg ertanzt haben und Turniererfahrung besitzen. Derart qualifizierte Mitglieder sind nicht nur der Stolz des 1. Tanzsportclub’s Rohrbach, sondern auch hervorragende Trainer und Clubabendgestalter.

Von Anbeginn im Club gibt es neben dem eigentlichen Motto – dem Tanzen – auch ganz bewußt und gezielt Aktionen, den gesellschaftlichen Aspekt des 1. TSC zu betonen. So gibt es jedes Jahr im Winter einen Schitag oder ein Schiwochenende im Gebirge – die beste Gelegenheit für Tiefschnee- und Einkehrschwünge. Außerdem gibt es gemeinsame Wanderungen, Krampuskränzchen, Silvesterparties, Eisstockschießen, gesellige Grillnachmittage, gemeinsame Besuche von Tanzveranstaltungen und vieles mehr.

Wie bereits erwähnt, führten wir vier Jahre, von 1986 bis 1990, bezüglich der Clubabende eine Art Nomadendasein. Im Jahr 1990 fanden wir dann eine dauerhafte Bleibe im Gasthof Anzinger in Schwackerreith bei Haslach. Momentan war das für uns eine wesentliche Erleichterung. Aber durch die dezentrale Lage bröckelten immer mehr Mitglieder ab und wir schrumpften auf 50 aktive Mitglieder zusammen. Ab diesem Zeitpunkt wurde intensiv versucht einen Saal mit entsprechender Größe in der Bezirkshauptstadt Rohrbach zu bekommen. Dieses Vorhaben war in den folgenden Jahren von 1991 bis 1994 nicht von Erfolg gekrönt.
Um aber der schwindenden Mitgliederanzahl entgegen zu steuern, riefen wir die sogenannten Aufbautrainings ins Leben. Diese gibt es nun schon seit 1992 jeden Herbst, sie sind schon fast zur Tradition geworden.
Es war nicht so leicht die neuen Mitglieder in das Clubgeschehen zu integrieren, weil das tänzerische Niveau nach jahrelangem Training im Club auch angestiegen ist. Es gelang uns aber mit der Zeit immer besser, die tanzbegeisterten Neuen an dieses Können heranzubringen. So stieg die Mitgliederzahl wieder langsam an. Der Wunsch nach einem eigenen Clublokal wuchs natürlich auch mit.

Im Jahr 1992 war es dann endlich so weit. Es konnten die ersten Schritte für ein eigenes Clublokal gesetzt werden. In Rohrbach wurde ein neues Arbeiterkammergebäude errichtet. Das alte ÖGB-Heim, mit einem für uns passenden Saal, wurde verkauft. An einen Kauf dieses Hauses war unsererseits nicht zu denken. Wir bekundeten aber bei den potentiellen Käufern unser Interesse am Saal. Als dann die SPÖ Rohrbach als Käufer feststand und uns volle politische Unabhängigkeit zugesichert wurde, engagierten wir uns mit voller Kraft für eine mögliche Finanzierung.
An dieser Stelle bedanken wir uns nochmals bei den Verantwortlichen in den Gemeinden, bei Bund und Land sowie bei den ortsansässigen Institutionen, ohne deren Verständnis und Unterstützung es nicht möglich gewesen wäre, diesen Saal so umzubauen, wie er sich heute präsentiert.

Mitte August 1994 nachdem die Finanzierung gesichert war, wurde mit der Generalsanierung des Saal’s (zu dieser Zeit 68 Clubmitgliedern) begonnen.
Zuerst wurde alles demontiert und alle noch vorhandenen Einrichtungsgegenstände am Dach-boden verstaut. Nicht nur Muskel sondern auch Geisteskraft waren notwendig, denn es mußte aus Niveaugründen 45m3 Erdreich abgetragen werden. Der gesamte Fußboden mit E-Strich und Unterbau wurde erneuert. So gingen wir daran, eine Einfahrt auszubrechen, damit wir mit größerer Gerätschaft, sprich Bagger, im Innenraum arbeiten konnten. Mit einem Förderband und einen Spezialisten am Bagger konnten wir in nur 3 Tagen die 45m3 abtransportieren. In den nächsten Tagen wurden 29 Tonnen Rollierung als Untergrund aufgeschüttet und verdichtet. Nach der Aufbringung des E-Strichs hatten wir wieder eine ebene Fläche und wir gingen daran, die gesamte Elektro- und Wasserinstallation zu erneuern. Im November tauschten wir die alten Fenster gegen neue 44Db Schallschutzfenster aus. Woche um Woche verging und es wurde immer kälter. Die neue Heizung wurde Mitte Dezember in Betrieb genommen. Zwischen Weihnachten und Neujahr machten wir einen 3.30 m breiten Durchbruch für die Küche bzw. Theke. Nachdem dies rasch und problemlos erledigt worden war, begannen wir mit der Unterkonstruktion unseres Parkettbodens. Auf eine Kreuz- und Querlattung die mit aller Sorgfalt in die Waage gerichtet wurde, wurde ein Blindboden (20mm Fichtenladen) geschraubt. Mitte Februar wurde dann die Alu-Konstruktion für die abgehängte Akustikdecke montiert. Gleichzeitig lief die E-Installation für die neue Beleuchtung und Entlüftung. Nun ging es Schlag auf Schlag. Die Fenster wurden für die Malerarbeiten abgeklebt und die ersten groben Reinigungsarbeiten erledigt. Nach Abschluß der Malerei und einem Generalputz wurde der Parkettboden verlegt. Nicht wie üblich genagelt, sondern geschraubt. Durch den Einsatz vieler Hände konnte auch diese Arbeit nach 100 Stunden abgeschlossen werden. Ende März wurde der Parkettboden dann geschliffen und geölt. Nun fehlte nur noch die Küche mit der dazugehörigen Theke. Sie wurde bis Mitte April fertig montiert. Am 22 April 1995 wurde die Generalreinigung durchgeführt. Und eine Woche später, am 29. April, konnte das neu geschaffene Tanzzentrum seinen Probebetrieb aufnehmen.
In dieser 8-monatigen Umbauzeit wurden von unseren Clubmitgliedern mehr als 1.700 freiwillige und unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet.

Im Rahmen eines tollen Showprogramms wurde am 23. und 24. September 1995 unter Beisein der Landtagspräsidentin dieses neu errichtete Tanzzentrum offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Durch eine 24-seitige Broschüre, die zur Eröffnung an 18.000 Haushalte im Bezirk Rohrbach kostenlos erging, konnte eine große Begeisterung ausgelöst werden. Dadurch und durch den Standortwechsel in die Bezirks- und Schulstadt Rohrbach wurde der Bekanntheitsgrad und die Mitgliederanzahl wesentlich gesteigert. Über 200 neue Mitglieder konnten wir in der ersten Saison 1995/96 im neuen Tanzzentrum in Rohrbach begrüßen. Im Sommer 1996 gab es anläßlich des 10-jährigen Bestehens des 1. TSC Rohrbach eine weiter Jubiläumsbroschüre.

Mit viel Einsatz und Engagement und auch durch die jahrelange Erfahrung der Verantwortlichen im Vorstand konnte dieser Ansturm bewältigt werden und für einen reibungslosen Ablauf der Trainings gesorgt werden. Durch diesen großen Andrang wurde es auch notwendig, das Clubleben und die Trainings neu zu ordnen und zu gestalten.
So gibt es, seit wir in unserem eigenen Clublokal sind, die Trainings der verschiedenen Leistungsgruppen auch unter der Woche. Das Herzstück unseres Vereins, „der Clubabend“, ist seit der Gründung immer am gleichen Tag und wird auch weiterhin am Samstag bleiben.

Im Jahr 1996 haben wir das Tanzleistungsabzeichen, den sogenannten „Tanzschuh“, ins Leben gerufen. Diesen Tanzleistungsschuh gibt es in Bronze, Silber, Gold und Goldstar. Jedes Jahr gibt es für alle Clubmitglieder die Möglichkeit sich diese interne Auszeichnung des 1. TSC Rohrbach zu ertanzen. Bis 1998 konnten wir die Abnahme, die immer von einer fachkundigen Jury vorgenommen wird, im eigenem Clublokal abhalten. Da immer mehr Clubmitglieder sich diesen Tanzleistungsschuh ertanzen wollten, wurde der Platz im eigenen Clublokal zu klein. Dadurch waren wir gezwungen eine Alternative zu suchen. Seit 1999 wird dieses interne Leistungsabzeichen, das in Tanzkreisen einen hohen Stellenwert hat, im Vorfeld eines Balls im Vereinshaus Aigen abgenommen.

Hier endet die Geschichte des TSC Rohrbach vorerst. Sie wird aber mit Sicherheit, und davon bin ich überzeugt, mit Erfolg weitergehen und weitergeschrieben.

Christian Höllwirth
Ehrenobmann

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